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Betriebstechnik in der Sporthallenplanung und Mehrzwechhallenplanung
Sporthallen und Mehrzweckhallen haben sehr unterschiedliche Anforderungen an die technische Gebäudeausstattung. Die Optimierung zwischen technisch Möglichem und wirtschaftlich Sinnvollem wird bei jeder Planung neu vorgenommen. Dabei steht der Nachhaltigkeitsgedanke immer mehr im Vordergrund.
  

Ob Fernwärme, Gas oder Öl als Energieträger für die Wärmeversorgung zur Verfügung stehen, hat selbstverständlich Einfluss auf die einzusetzende Heizungsvariante.

Wir haben bereits Erdwärmeanlagen, Blockheizkraftwerke und Holzhackschnitzelheizungen zur Wärmeversorgung eingesetzt. 

Zur Warmwasserversorgung wurden schon häufig Solaranlagen in die Haustechnik integriert. Hierzu ist allerdings anzumerken, dass der spezifische Sporthallenbetrieb unter wirtschaftlicher Betrachtungsweise eine solche Investition im Grunde nicht benötigt. Dennoch kann es politisch und ökologisch sinnvoll sein, solche Techniken einzusetzen.

Die großen Hallendächer eignen sich zur Aufstellung von Photovoltaikanlagen. Diese können auch von Investoren in Eigenregie als sogenannte Bürgerkraftwerke betrieben werden. Die Planung kann die besonderen Aufstellbedingungen berücksichtigen.

Die Versorgung der Halle und der Nebenräume mit Frischluft stellt eine weitere umfangreiche Planung dar. Wenn sogar in der erst kürzlich erschienenen DIN 18032 wieder von der Fensterlüftung die Rede ist, so ist dies aus lufthygienischen Gründen nicht vertretbar. Auch die notwendige Auslegung nach Arbeitsstättenrichtlinie zeigt, dass eine Fensterbelüftung nicht wirksam betrieben werden kann. Die Art und der Umfang der Belüftung ist abhängig von der Nutzung.

Die Beleuchtung der Sportfläche erfolgt natürlich und blendfrei. Wir setzen großflächige Lichtbänder bei den großen Hallen im Dach ein, die das Licht diffus in die Halle bringen.
Bei den meisten Projekten wird ein zentrales Sicherheitsbeleuchtungsgerät geplant.

Die gesamte Beleuchtung wird zur Vermeidung unnötigen Stromverbrauches durch Bewegungsmelder gesteuert, die auch an die Heizung und die Lüftungsanlage die notwendigen Meldungen übergeben. So kann sichergestellt werden, dass nur die Aggregate in Betrieb sind, die für den Betrieb der Sporthalle tatsächlich erforderlich sind. Die Sporthallen erhalten elektroakustische Anlagen zur Beschallung und zur Notalarmierung.

Alle Wasserzapfstellen haben selbstschließende Armaturen. Natürlich ist auch der Legionellenschutz des Duschwassers gewährleistet.

Die Planung der gesamten haustechnischen Anlage wird ständig auf Verbesserung der Wirtschaftlichkeit überprüft. Ökologische Planungsgrundsätze, vereint mit dem festen Willen, die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten, führen zu extrem niedrigen Verbräuchen an Energie.

Wir verwenden unsere Erfahrungen auch aus der 1. deutschen Niedrigenergiehalle, die 1992 von uns in Zusammenarbeit mit dem RWE in Biblis gebaut wurde. Wärmerückgewinnung, solare Warmwasserbereitung und eine sehr umfangreiche Regelanlage führen auch heute noch zu außergewöhnlichen Energieeinsparungen. Auch der Betrieb der Anlage mit einer sehr genauen Verbrauchskontrolle und der Gegenüberstellung des tatsächlichen Bedarfs hat zu Einsparungen im Energieverbrauch geführt.

Die seit Jahren gewonnene Erfahrung führt heute dazu, dass wir unseren Bauherren anbieten können, Sporthallen in Passivhausbauweise zu planen. Die erste Halle ist bereits 2007 in Betrieb gegangen. Die Kombination Passivhausbauweise mit Heizung auf Basis der Geothermie verursacht Mehrkosten. Diese werden aber schon in wenigen Jahren durch die Heizkostenersparnis ausgeglichen. Die Sporthalle wurde in Issum-Sevelen (NRW) errichtet und die Planung wurde durch das Passivhausinstitut Darmstadt begleitet.
Weitere Passivhaus-Hallen sind in der Planung bzw. in der Realisierung.